Kann man von einem öffentlichen Sender eine gewissenhafte Dokumentation zu einem sensiblen Thema wie 9/11 erwarten? Da muss wohl vorher die Welt untergehen. Jüngstes Beispiel: Die breit angekündigte 9/11-“Dokumentation“ im ZDF. Das einzige, was man aus diesem Beitrag lernen konnte, war die Arbeitsweise der Spindoctors, um Schadensbegrenzung zu üben:
- Wenn man es schon nicht ganz leugnen kann (weil Millionen von Menschen weltweit inzwischen über den Betrug Bescheid wissen und dagegen protestieren), dann macht man halt in Gottesnamen einen Beitrag darüber. Der muss aber kurz sein, denn nur dann kann man garantieren, dass die nötige Detailtiefe (ca. 3 mm) gewahrt bleibt.
- Man fährt ein paar der wichtigen Gallionsfiguren der Alternative-Truth-Bewegung auf, um zu zeigen, dass man um „Objektivität“ bemüht ist. So kann keiner sagen, der Beitrag sei einseitig gewesen. („Sind doch alle zu Wort gekommen! Selbst Alex Jones und Alexander von Bülow waren doch dabei.“)
- Ganz wichtiger Punkt dabei: Diese Leute dürfen ja nicht zu viel Redezeit bekommen. Aber das ist kein Problem, denn dafür gibt es ja schließlich das Studio, wo man nachträglich ihre Beiträge von allen wirklich signifikanten Aussagen befreien kann. (Einfach markieren und „Delete“ drücken.)
- Dann sucht man sich ein paar der schwächsten Argumente, zu denen man gerade noch ein paar entkräftende oder zumindest Verwirrung stiftende Pseudo-Argumente ausgraben kann, um dem nichts-ahnenden Normalverbraucher zu signalisieren, man habe sich „tiefgreifend“ mit der Sache beschäftigt. Die anderen Argumente (ungefähr 911 an der Zahl), zu denen selbst dem Spindoctor nichts einfällt, läßt man halt weg – schließlich hat man ja nur begrenzte Sendezeit.
- Das Ganze kündigt man dann groß an, strahlt es zur Primetime aus, und bevor jemand „ja, aber“ sagen kann, ist der Beitrag auch schon wieder fertig. „So, liebe Zuschauer. Und jetzt zu unserem nächsten Thema…“
- FERTIG. Das Thema ist für die nächsten Jahre abgehandelt. („9/11? Hatten wir schon. Ist ausgelutscht.“) Sage keiner, man hätte nicht auch die Gegenseite gehört. Und jetzt bitte keine dummen Fragen mehr. Es folgt die Werbung.
Ich könnte hier zu jedem Punkt ins Detail gehen, aber wozu? Wenn Sie sich wirklich über den Elften September informieren wollen, gehen Sie ins Internet oder kaufen Sie sich eines der vielen guten Bücher darüber. Die Informationen sind alle da. Nur Ihr Gehirn, das müssen Sie selbst noch mitbringen.
Öffentliches Fernsehen: Pseudo-Berichterstattung für Einfaltspinsel mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne. Es gibt nur eine Lösung dagegen:
Ausschalten.
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P.S.: Einen Tag später, nach Erscheinen des Kommentars auf SPIEGEL Online von Henryk Broder möchte ich noch hinzufügen:
Herr Broder, verzeihen Sie die offenen Worte, aber Sie sind ein arroganter Dummschwätzer. Sie schreiben beispielsweise:
„Im Falle von 9/11 müsste am Anfang aller Verschwörungsüberlegungen die Frage stehen: Sind die Bekennervideos von Bin Laden und seinen Kumpanen ebenfalls von Bush in Auftrag gegeben worden?“
Bitte sehen Sie sich die verschiedenen Versionen von „Bin-Ladens Gesicht“ an, die zu verschiedenen Zeiten von der US-Regierung veröffentlicht wurden. Die späteren Aufnahmen zeigen nicht denselben Mann. Um das zu erkennen, braucht man nicht mal eine biometrische Analyse; den meisten, die sich wirklich um diese Dinge kümmern, reicht schon, beim SPIEGEL nicht auf der Gehaltsliste zu stehen, um ernste Zweifel an der Authentizität dieser „Bekennervideos“ zu bekommen. Es gibt hierüber -zig scharfsinnige Analysen im Internet. Erwarten Sie bitte nicht, dass ich die jetzt alle ausgrabe. Machen Sie gefälligst Ihre Hausaufgaben selbst.

Zweitens: „Wie schafft es eine Regierung, die nicht einmal einen kleinen Korruptionsskandal unter den Teppich kehren kann, 3000 eigene Bürger zu opfern, ohne dass auch nur einer der an der Verschwörung Beteiligten sein Schweigen bricht?“
Dieses Argument ist genauso alt wie falsch. Lesen Sie Michael Ruppert, oder auch David Icke, die erklären Ihnen, wie das geht. Das Illuminatensystem aller Länder ist aufgebaut wie eine Pyramide: Unten in den einzelnen Kompartments gibt es kein „Need to know“ für das, was man an der Spitze weiß. So erreicht man, dass nur ganz, ganz wenige Leute den Überblick haben. (Sie, Herr Broder, gehören offensichtlich nicht dazu.) Hat man diese wenigen Leute in jenen Schlüsselpositionen unter Kontrolle, dann ist der Rest ein Kinderspiel. Die „weiter unten“ in der Pyramide wissen ohnehin nicht Bescheid. Was sollen die schon petzen?
„Die öffentliche Dummheit, der man kein Urteil in den elementarsten Dingen zutrauen kann, glaubt nicht nur daran, dass 9/11 von Bush und der Rüstungslobby inszeniert wurde, sie glaubt auch, dass die Mondlandung gefaket war, dass Lady Di ermordet wurde, dass Elvis noch lebt und dass die Titanic von Kapitän Nemo versenkt wurde.“
Ja, so kennen wir Sie, Herr Broder. Immer schön die Klappe aufreissen, und dabei Ihre eigene Ignoranz mit Häme und Arroganz überdecken: Sachargumente, die über eine minimale Detailtiefe hinausgehen, sind dabei selten Ihre Sache gewesen. Elvis und Kapitän Nemo, wa? Au, da haben Sie uns Verschwörungstheoretiker jetzt aber getroffen! Auf solche feinsinningen Argumente waren wir Dödel nun wirklich nicht vorbereitet. Und dieser subtile Witz auch noch. Das tut weh…
Sie sind ein Schaumschläger, das ist alles.
Unsereins muss hier jahrelang jedes verfügbare Buch lesen, um sich eine Meinung zu bilden und wagt noch immer kein abschliessendes Urteil. Sie haben das anscheinend nicht nötig – wozu auch?
UND FÜR SO EINEN SCHEISS ZAHLT DER SPIEGEL AUCH NOCH GELD?!