Intention

Lynne McTaggart
VAK Velag
368 Seiten
ISBN-13: 978-3867310093
22 Euro

Lynne McTaggart ist eine amerikanische Wissenschaftsjournalistin, die sich zur Aufgabe gemacht hat, die Auswirkungen von Gedanken auf die materielle Welt zu beschreiben. Ich muss vorausschicken, dass der Begriff „Positives Denken“ mir sonst eher suspekt ist, weil ich in diesem Bereich von irgendwelchen fragwürdigen Erfolgsgurus schon zu oft ins gedankliche Flachland geschickt wurde. Bei Lynne McTaggart liegt der Fall aber anders: Ihre Bücher gehen weit über die sattsam bekannten „Erfolgsgeheimnisse“ hinaus, und stattdessen erhält man einen wirklich profunden Überblick über den Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis zum Thema Gedankenkraft. Nachdem man als Leser die ganze Evidenz gesichtet hat, bleibt eigentlich kein Zweifel mehr: Gedanken haben die Fähigkeit, unsere physikalische Welt unmittelbar zu beeinflussen, und wir sind deshalb einerseits gut beraten, darauf aufzupassen, was wir da ständig an Gedanken in die Welt projizieren. Und wenn dem so ist, liegt andererseits in den richtigen Gedanken auch einiges Potential zur Veränderung der Welt. Die Autorin berichtet beispielsweise über den mittlerweile sehr gut dokumentierten „Maharishi-Effekt“ (benannt nach dem Begründer der Transzendentalen Meditation), der darin besteht, dass schon ein geringer Prozentsatz von Meditierenden in einer beliebigen Stadt die Kriminalitätsrate signifikant und positiv beeinflusst. Ich glaube, dass wir derartige Effekte in unserer Gesellschaft noch viel gezielter ausnützen könnten und sollten.

Das Highlight des Buchs bestand für mich aber im Kapitel „Beten für die Vergangenheit“, in dem eine Reihe von Experimenten geschildert werden, die stark darauf hinweisen, dass unsere Gedanken auch rückwärts wirken können, indem sie bereits geschehene Ereignisse beeinflussen. Unglaublich? Diese Stellen im Buch haben bei uns in der Redaktion für einige hitzige Diskussionen gesorgt, und man muss das wahrscheinlich wirklich selbst in allen Details gelesen haben, um es zu glauben. Aber ich möchte hier auch nicht das Sahnestück dieses Buchs ausschlachten, sondern dies der Autorin selbst überlassen. Holen Sie sich also das Buch und sehen Sie selbst!
Es gibt aber auch noch einen anderen Grund, warum ich Lynne McTaggarts Buch für höchst empfehlenswert und signifikant halte. Man erhält mit dem Kauf des Buchs nämlich auch noch einen unverwarteten Mehrwert: Die Autorin hat, komplementär zum Buch, eine sehr ansprechende Website erstellt, auf der man als Leser an verschiedenen Experimenten teilnehmen und sich dadurch von der Wirksamkeit gebündelter Gedankenkraft selbst überzeugen kann. Noch wichtiger, geradezu bahnbrechend, finde ich aber dabei, dass man dies nicht alleine zu tun braucht, sondern zusammen mit anderen aus der Community auf Forschungsreise gehen kann: Es werden verschiedene Projekte angeboten, bei denen man mitwirken kann, indem man zu vereinbarten Zeiten Gedanken auf ein vorher bestimmtes Ziel richtet, und später, verspricht die Autorin, wird man nachlesen können, was die gemeinsamen Gedanken bewirkt haben. Das heißt also, dass dieses Projekt eine größere Anzahl von Menschen dazu bringt, auf koordinierte Weise bestimmte Gedankenmuster zu erzeugen. Ist das nicht spannend? Was könnten wir nicht alles bewirken, wenn wir nicht nur jeder für sich, sondern als koordinierte Gruppe zu denken und zu handeln beginnen würden? Das Intention-Experiment ist hier mit Sicherheit nur der Anfang, quasi die Aufwärmübung, für alle möglichen anderen Aktivitäten – eventuell auch politischer Art, die für die Menschheit jetzt möglich werden. Ich bin gespannt, welche anderen Projekte aus dieser Form der aktiven Vernetzung übers Internet entstehen werden.