Ein publizistisches Experiment

Die spezielle Funktion dieser Website

Websites haben normalerweise entweder eine geschäftliche Funktion oder sind privater Natur. Wer eine „professionelle“ Website führt, tut gut daran, sich an die Regeln und Gepflogenheiten des Geschäftslebens zu richten, sonst wird’s schnell teuer. Und wer eine private Website unterhält, sollte sich damit tunlichst aus geschäftlichen Unternehmungen heraushalten, denn auch das gibt schnell Ärger.

Meine publizistischen Ideen kreuzen aber typischerweise vom einen Bereich in den anderen. Um dieser Schwierigkeit zu begegnen und mich von ihr nicht im Schreiben hemmen zu lassen, kam ich irgendwann auf die Idee, ein Netzwerk von Blogs aufzubauen, die jeweils abgegrenzte Teilaspekte dessen abdecken, was ich tue und denke. Die Funktion dieses Blogs hier ist wiederum, all jene Einzelaspekte zu einem kohärenten Ganzen zusammenzusetzen und gegenüber meinen Lesern zu erklären, wie das letztlich alles von mir gemeint war.

Schreiben ohne doppelten Boden

Die meisten Publizisten halten ihre eigene Person aus ihren Texten heraus. Wohlweislich, würde man meinen, denn wer über persönliche Belange schreibt, gleitet schnell ins allzu-Persönliche ab und wird trivial. Wer unpersönlich schreibt, enthält aber der Öffentlichkeit  Informationen über seine eigene Person vor, die bisweilen nicht unerheblich sein könnten, wenn es darum geht, die gebotenen Informationen einzuschätzen. Würden Sie das „Erfolgsrezept“ eines Autors ausprobieren, wenn Sie wüssten, dass er persönlich damit längst gescheitert ist? Würden Sie ein Produkt kaufen, von dem Sie wüssten, dass der Hersteller sich dabei über ein paar Probleme bewusst ist, die er in seiner Werbung lieber verschweigt?

Wir alle sind es mittlerweile gewohnt, hinter den meisten Angeboten des Internets ein verborgenes Erwerbsstreben zu vermuten: Wer einen Newsletter versendet, hat meist etwas zu verkaufen, auch wenn dem Leser das vielleicht erst später klar wird. Wer dem Erwerbsstress in seiner ganzen Härte ausgesetzt ist, hat allerdings selten Muße, größere Energien in ein nicht-kommerzielles Blog zu stecken. Und wer die Muße hat, der steht meist im Abseits.